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MEDIA LAB
Im "Media Lab" lernen Jugendliche
aus Tschechien, Österreich und Deutschland im ersten
Schritt die Grundkenntnisse im Erarbeiten eines künstlerischen
Films kennen.
In 2004 entsteht hierbei exemplarisch ein, von den Teilnehmern
entwickeltes, gemeinsames, mediales Kunstwerk zum Thema "Zeitschneise
einer Region" in Form eines Filmes.
 
"Zeitschneise einer Region" will den Dialog herstellen
zwischen Vergangenheit und Zukunft. Es thematisiert die zurückliegende
Entwicklung der Kulturräume insbesondere an den Schnittstellen
der EU-Staaten - exemplarisch an der Grenzregion Bayern -
Tschechien. Genauso wird versucht auf künstlerische Art
und Weise einen Blick in die Zukunft zu wagen. Kritisch wird
die Kohärenz und Einheit des Kulturraumes "Bayerischer
Wald - Böhmerwald" beleuchtet und die Vielfalt in
Ihr als wertvolles künstlerisches Gesamtwerk verstanden.
Als Bildmaterialien werden dokumentarische Mitschnitte von
anderen Angeboten der kulturellen Bildungsarbeit aus der Grenzregion
Deutschland-Tschechien verwendet. Einzelne Work-Shop- &
Arbeitsergebnisse aus den Bereichen Theater, bildende Kunst,
Tanz, Musik werden hierfür für Filmaufnahmen von
der "Media Lab"-Gruppe besucht.

Die unterschiedlichen Teilnehmer/-innen und Arbeitseinheiten
aus den verschiedenen Angeboten werden im Film als Einzelelemente
mit den verschiedenen Kulturräumen beider Staaten symbolisch
verglichen. Im Gesamtwerk des Films erkennt der Betrachter
die Bedeutung des vollen Ganzen und den Vorteil der Vielfalt.
Der fertige Film wird abschließend bei verschiedenen
Film-Festivals in Bayern und Tschechien einer breiten Öffentlichkeit
präsentiert.
Zielgruppe
Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren, Multiplikatoren/innen
und breite Öffentlichkeit
Situationsanalyse
Widerstände und Ängste gegenüber der EU-Osterweiterung
und ihren Folgen einerseits und Neugierde und hohe Zukunftserwartungen
andererseits sind in den Köpfen vieler Menschen im Grenzgebiet
aktuell. Nichtwissen bzw. Vorbehalte kennzeichnen die Einstellungsmuster
der jungen Generation in Bayern, wenn es um den bevorstehenden
Beitritt osteuropäischer Nachbarn geht. Für andere
Jugendliche birgt die EU-Osterweiterung vielfältige Hoffnungen
und Erwartungen an eine bessere berufliche und persönliche
Zukunft. Insgesamt ist die EU-Osterweiterung gerade aus der
Perspektive von Jugendlichen oft wenig konkret vorstellbar,
obgleich sie für die Lebenswelten und Zukunftschancen
von Heranwachsenden neue Chancen, Ängste und natürlich
auch Risiken birgt. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und
historisch vorbelasteter Beziehungen sind Ressentiments und
Vorbehalte besonders unter Jugendlichen an der D-CZ Grenze
weit verbreitet.
Die Annäherung der vormals getrennten Teile Europas stellt
eine der großen Herausforderungen besonders für
die Zukunft der Jugendlichen dar. Gegenseitiges Interesse
und Neugier auf das Nachbarland zu wecken sowie Wissen über
die Beitrittsländer zu vertiefen, sind wichtige Schritte
in Richtung europäische Integration.
Die meisten Informationsmaterialien zum Thema sind für
Jugendliche eher abstrakt und stellen bzw. entwickeln nicht
unbedingt die Fragen und Antworten, die Jugendliche interessieren,
zum Nachdenken bringen und begeistern. Das Videoprojekt "MEDIA
LAB " lässt Jugendliche über ihre Vorstellungen
und Hoffnungen, die mit der EU-Osterweiterung und der Fortentwicklung
der Länderbeziehungen verknüpft sind, zu Wort kommen.
Handlungskonzept
Jugendliche aus Deutschland entwickeln und realisieren in
Kooperation mit Jugendlichen aus Tschechien und Österreich
ein Video zur EU-Osterweiterung mit dem Titel "Zeitschneisen
einer Region"
Themenschwerpunkt ist die intensive Auseinandersetzung der
Jugendlichen 1. mit alteingesessenen Vorbehalten und Vorurteilen
gegenüber Europa bzw. einzelnen Länder der EU und
2. mit den Vorstellungen, Hoffnungen und neuen Perspektiven,
die mit der EU-Osterweiterung und den Zukunftsperspektiven
der Länderbeziehungen verknüpft sind.
An ausgewählten Themen wie Mobilität der Arbeitskräfte,
Öffnung der Märkte, Bildung und Kultur recherchieren
Jugendliche die neuen Perspektiven, die sich durch die EU-Osterweiterung
für sie auftun. Das Projekt verknüpft die Methode
der Zukunftswerkstatt mit Interview und Recherche. Auf dieser
Grundlage entwickeln die Jugendlichen ein Drehbuch und setzen
dieses in einen Videofilm um.
Das Vorhaben setzt auf die für Jugendliche besonders
attraktiven neuen digitalen Medien in Form von einem Video
und einer begleitenden Internetseite, die als Informations-
und Kommunikationsplattform dient. Das entwickelte Informationsvideo
gibt belebende neue Perspektiven aus der Sicht der Jugendlichen
wieder und schafft attraktive Impulse für die Vermittlung
und Erarbeitung des Themas EU-Osterweiterung in der jungen
Generation und in der Öffentlichkeit. Das Erfahrungswissen
zeigt, dass Jugendliche unbefangener mit der Kamera umgehen,
und oft ganz überraschende Einsichten und Perspektiven
zum Ausdruck kommen können. Informationsmaterialien,
die die EU-Erweiterung aus der Sicht von Jugendlichen darstellen,
bieten anderen Jugendlichen einen besonderen Anreiz, sich
mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Die Arbeitssprachen
des Projektes sind Deutsch und Englisch und die jeweilige
Landessprache, gegebenenfalls werden die Jugendlichen als
Peer-Dolmetscher/innen für ihre Mitstreiter/innen eingesetzt
Ziele
- Wissensvermittlung über das Thema EU-Osterweiterung
am Beispiel ausgewählter Länder aus der Perspektive
von Jugendlichen;
- Neugierde und Interesse an Europa vertiefen und die Bereitschaft
entwickeln, kulturelle Differenzen in Europa verstehen zu
lernen, Ressentiments abzubauen und Gemeinsamkeiten auszudrücken;
- Jugendliche aus Deutschland, Tschechien und Österreich
erhalten durch ergebnisorientiertes Zusammentun Möglichkeiten
der multiperspektivischen Auseinandersetzung mit Chancen und
Risiken sowie Wünschen, Hoffnungen und Ängsten gegenüber
einem zukünftigen gemeinsamen Europa;
- Partizipation von Jugendlichen an der Entwicklung einer
effektiven Informations- und Kommunikationsstrategie und Sensibilisierung
einer breiten Öffentlichkeit für die Lebenswelten
und Wahrnehmungen von Jugendlichen zur Gestaltung und Zukunft
des gemeinsamen Europa;
- Förderung von Medienkompetenzen sowie von sozialen,
kommunikativen und kreativen Kompetenzen, die zugleich als
Berufsvorbereitung von Bedeutung ist;
- Stärkung eines gesamteuropäischen Dialogs unter
Jugendlichen;
- Aktive und verantwortungsbewusste Teilhabe am gesellschaftspolitischen
Diskurs.
Erwartete Ergebnisse
Die Produkte, die sich an Jugendliche, Schulen, Multiplikatoren
und die breite interessierte Öf-fentlichkeit richten,
sind:
- Ein multiperspektivisches Video über junge Visionen
im gemeinsamen Europa von Jugendlichen für Jugendliche
und eine breite Öffentlichkeit
- Begleitmaterialien für den Einsatz im Unterricht und
der außerschulischen politischen Information und Bildung
- Entwicklung einer Projektwebsite
- Verbreitung der Videos in der schulischen und außerschulischen
politischen Bildung, eingebunden in eine Informationsstrategie,
insbesondere Seminare mit Multiplikatoren/innen
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